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Dec 7, 2013 (3 years and 4 months ago)

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Einführung in das IBM Social Business Toolkit
Produktübergreifende Integration für das IBM Collaboration Solutions

Portfolio und Rahmenwerk für Erweiterbarkeit durch Drittanbieter
Autor:
Benedikt Müller (Matrikelnummer: 156640)
Hochschule:
FOM Hochschule für Oekonomie & Management Essen
Dozent:
Prof. Dr. Gregor Sandhaus
Lehrveranstaltung:
Software-Engineering, IT-Projekt- und Qualitätsmanagement
Datum der Abgabe:
23.07.2011
I
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
........................................................................................................................
3
Einleitung
..............................................................................................................................................
5
IBM
..................................................................................................................................................
5
Smarter Planet
..................................................................................................................................
5
Social Business
................................................................................................................................
6
Project Vulcan
.......................................................................................................................................
6
Einführung
.......................................................................................................................................
6
Der Arbeitsplatz der Zukunft
...........................................................................................................
7
Zunehmende Informationsflut
.....................................................................................................
7
Verschmelzung von Beruf und Privatleben
.................................................................................
7
Zunehmende Diversität der Endgeräte
........................................................................................
9
Wachsende Verbreitung mobiler Endgeräte
................................................................................
9
Veränderung der privaten Kommunikation
.................................................................................
9
Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt
..............................................................................
10
Bedeutung für die Kollaborationsumgebung der Zukunft
.............................................................
11
Prinzipien des IBM Project Vulcan (Auszug)
................................................................................
11
Web-Anwendung (Web Enabled)
..............................................................................................
12
Konvergenz (Open Standards)
..................................................................................................
12
Einheitliche Bedienoberfläche (One UI)
...................................................................................
12
Konsequente Ausrichtung auf Mobilgeräte (Mobile First)
.......................................................
13
Funktionale Umsetzung im IBM Project Vulcan (Auszug)
...........................................................
13
Activity Stream
.........................................................................................................................
13
Embedded Experiences
.............................................................................................................
14
Share Box
..................................................................................................................................
14
Das IBM Social Business Toolkit
.......................................................................................................
15
Einführung
.....................................................................................................................................
15
Basierend auf Standards
.................................................................................................................
15
HTML5
.....................................................................................................................................
15
CSS3
..........................................................................................................................................
16
OpenSocial 2.0
..........................................................................................................................
16
OAuth 2.0
..................................................................................................................................
17
II
RESTful Web Services
..............................................................................................................
18
Activity Streams
........................................................................................................................
19
CMIS
.........................................................................................................................................
20
SAML V2.0
...............................................................................................................................
20
Bedeutung des IBM Social Business Toolkit für Software-Entwickler
.........................................
20
Fazit
....................................................................................................................................................
21
Literaturverzeichnis
............................................................................................................................
23
III
Abkürzungsverzeichnis
API
Application Programming Interface
BPM
Business Process Management
CSS
Cascading Stylesheets
HTML
Hypertext Markup Language
URL
Uniform Resource Locator
W3C
World Wide Web Consortium
XML
Extensible Markup Language
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Konsumerisierung der IT (http://blog.unisys.com/2011/07/12/one-year-on-too-many-
it-groups-still-struggle-with-consumerization/, Abruf am 22.07.2011)
...........................
10
Abbildung 2: Soziale Netzwerke in Deutschland (WirtschaftsWoche Nr. 28 vom 12.07.2010)
12
Abbildung 3: OAuth (https://dev.twitter.com/docs/auth/oauth, Abruf am 20.07.2011)
..
21
5
Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem IBM Project Vulcan, einer Vision für die Zukunft

der Produkte der IBM Collaboration Solutions, und dem dazugehörigen IBM Social

Business Toolkit. Dabei geht es nicht um eine bloße Beschreibung der Vision und des

Werkzeugs, sondern vielmehr um eine Einführung in die Hintergründe, die Motivation

und die Art der Umsetzung. Dazu werden zuerst einige Trends im Zusammenhang der

allgemeinen Kommunikation und der speziellen Arbeitsumgebungen in Unternehmen

betrachtet. Neben dem Einfluss dieser Trends auf Kollaborationsumgebungen und ganz

grundsätzlich auf Software-Entwicklung werden Techniken und Standards vorgestellt,

die bei der Bewältigung der sich neu ergebenden Anforderungen eine wichtige Rolle

spielen könnten. Um die Verbindung zur Praxis herzustellen, wird weiterhin die

konkrete Umsetzung der Prinzipien und Funktionen im IBM Project Vulcan und dem

IBM Social Business Toolkit auszugsweise vorgestellt.
IBM
IBM ist mit über 400.000 Mitarbeitern und annähernd 100 Milliarden Dollar Umsatz im

Jahr 2010
1
einer der größten Technologiekonzerne der Welt. Das Geschäft der IBM lässt

sich in Hardware, Financing, Service und Software unterteilen, wobei die Sparte

Software mit 44 Prozent den größten Anteil zum Gewinn beiträgt. Das IBM Social

Business Toolkit ist ein Projekt des Geschäftsbereiches IBM Collaboration Solutions,

der im letzten Jahr noch Lotus hieß.
Smarter Planet
Die Strategie der IBM wird seit 2008 im Rahmen der Initiative "Smarter Planet"
2

verdeutlicht. Dieses Bild fasst die Idee zusammen, bestehende Systeme zu

instrumentieren ("instrumented"), diese miteinander zu verbinden ("interconnected")

und dann intelligenter zu machen ("intelligent"). Um die Anwendung dieses Prinzips in

ganz unterschiedlichen Bereichen zu verdeutlichen, gibt es zahlreiche untergeordnete

Initiativen, beispielsweise "Smarter Traffic" für den Bereich Verkehr, "Smarter

1
http://www.ibm.com/annualreport/2010/financial-highlights.html, Abruf am 19.07.2011
2
http://www.ibm.com/smarterplanet/de/de/, Abruf am 19.07.2011
6
Healthcare" für das Gesundheitswesen oder "Smarter Energy" für den Energiesektor.
Social Business
Mit "Smarter Work" wurde der Teilbereich der Initiative "Smarter Planet" bezeichnet,

der sich mit der Verbesserung der Zusammenarbeit und dem Arbeitsplatz der Zukunft

auseinandersetzt. Seit der Lotusphere 2011 werden alle Aktivitäten der IBM in diesem

Bereich unter dem Begriff "Social Business" zusammengefasst
3
. Die Bezeichnung

"Social Business" spiegelt dabei vor allem "immer stärker vernetzte

Geschäftsbeziehungen sowie die Integration der internen und externen Nutzung von

Social Media und Social Software in Unternehmen"
4
wieder und ist damit gleichzeitig

Leitmotiv des Geschäftsbereiches IBM Collaboration Solutions.
Project Vulcan
Einführung
Das IBM Project Vulcan wurde erstmals im Januar 2010 auf der Lotusphere vorgestellt
5
,

der Konferenz für Kunden und Partner der IBM Collaboration Solutions (vormals IBM

Lotus). Es handelt sich dabei nicht um ein konkretes Produkt, sondern um eine Vision

für die Zukunft der Zusammenarbeit in Unternehmen
6
. Zentrales Thema dieser Vision

ist die Konvergenz bestehender kollaborativer Funktionen und damit einerseits eine

weitreichende Integration der bestehenden Produkte IBM Lotus Notes, IBM Lotus

Quickr, IBM Sametime und IBM Connections untereinander sowie andererseits eine

Anbindung beliebiger weiterer Geschäftsanwendungen von IBM oder von anderen

Herstellern. Mitarbeiter sollen damit einen Großteil ihrer Aufgaben innerhalb einer

einzigen Benutzeroberfläche erledigen können, von der Kommunikation und

Kollaboration mit Kollegen bis zu der Ausführung und Überwachung von

Geschäftsprozessen. Die Aggregation von Informationen aus ganz unterschiedlichen

3
http://www-03.ibm.com/press/de/de/pressrelease/33620.wss, http://heise.de/-1181239, Abruf am

19.07.2011
4
http://www-03.ibm.com/press/de/de/pressrelease/33620.wss, Abruf am 19.07.2011
5
http://www-03.ibm.com/press/de/de/pressrelease/29215.wss,
http://heise.de/-907662
, Abruf am

19.07.2011
6
http://www.edbrill.com/ebrill/edbrill.nsf/dx/lotusphere-2010-ibm-project-vulcan, Abruf am 19.07.2011
7
Quellen stellt dabei nur den ersten Schritt dar: Aus der Menge der heute zur Verfügung

stehenden Daten gilt es, die für den Mitarbeiter jeweils relevanten Informationen

herauszufiltern, ihm diese in einem sinnvollen Kontext aufzubereiten und letztendlich

auch eine direkte Reaktion auf diese Ereignisse zu ermöglichen.
Auf der diesjährigen Lotusphere kündigte IBM an
7
, dass die ersten konkreten

Ausprägungen der Vision in den nächsten Produktversionen der IBM Collaboration

Solutions zu sehen sein werden. Dazu gehören aus Anwendersicht vor allem eine

überarbeitete Bedienoberfläche, neue Funktionen wie der Activity Stream und eine

Fokussierung auf die Bedienbarkeit im Browser und auf mobilen Endgeräten. Die

nächste Version von IBM Lotus Notes, vorerst traditionell als “IBM Lotus Notes Next”

bezeichnet, wird voraussichtlich noch in diesem Jahr als Beta in der Cloud zur

Verfügung gestellt und soll im nächsten Jahr als Produkt veröffentlicht werden.
Der Arbeitsplatz der Zukunft
Die in der als Project Vulcan bezeichneten Vision enthaltenen Prinzipien und

Funktionen basieren auf einer konkreten Vorstellung der zukünftigen Entwicklung der

Arbeitsweise und den sich ändernden Anforderungen an Arbeitsumgebungen. Einige für

diese Felder relevante Entwicklungen sind im Folgenden aufgeführt.
Zunehmende Informationsflut
Mit der zunehmenden Vernetzung, der ständigen Verfügbarkeit von Informationen über

das Internet und der unaufhaltsamen Globalisierung der Geschäftswelt wächst die zu

verarbeitende Informationsmenge stetig. Für Mitarbeiter stellt die Informationsflut eine

große Herausforderung dar. Eine Studie des Hightech-Verbandes BITKOM kam zu dem

Ergebnis, dass sich 31 Prozent der Deutschen häufig von Informationen überflutet

fühlen, weitere 30 Prozent manchmal
8
.
Verschmelzung von Beruf und Privatleben
Die BITKOM-Studie verdeutlicht auch die Verschmelzung von Beruf und Privatleben

durch die neuen Medien: Einerseits sind nur 12 Prozent der Berufstätigen in der Freizeit

7
http://heise.de/-1181819, Abruf am 19.07.2011
8
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_67508.aspx, Abruf am 19.07.2011
8
für den Arbeitgeber nie erreichbar, andererseits nutzen 28 Prozent der Arbeitnehmer

"das Internet am Arbeitsplatz täglich auch für private Zwecke, weitere 22 Prozent tun

das gelegentlich oder sporadisch"
9
. Diese Verschmelzung wirkt sich aber nicht nur auf

einer gesellschaftlichen, sondern auch auf einer technischen Ebene aus. Gartner

bezeichnete schon 2005 die "Consumerization of IT" als einen für die kommenden zehn

Jahre signifikanten Trend in der Informationstechnologie. Eine Studie von Unisys und

IDC zeigt, dass im Jahr 2011 40,7 Prozent der Geräte, die auf Geschäftsanwendungen

zugreifen, private Computer, Smartphones oder Tablets sind, im Jahr 2010 waren es

noch 10 Prozentpunkte weniger
10
.
9
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_67508.aspx, Abruf am 19.07.2011
10
http://blog.unisys.com/2011/07/12/one-year-on-too-many-it-groups-still-struggle-with-
consumerization/, Abruf am 19.07.2011
Abbildung
1
: Konsumerisierung der IT (http://blog.unisys.com/2011/07/12/one-year-on-
too-many-it-groups-still-struggle-with-consumerization/, Abruf am 22.07.2011)
9
Zunehmende Diversität der Endgeräte
Vor allem die vorher angesprochene Konsumerisierung der Informationstechnologie

führt zu einer stark zunehmenden Vielfalt an im Unternehmen vorhandenen Endgeräten.

Wurden vor wenigen Jahren noch unternehmensweit gleiche Endgeräte (beispielsweise

PC und BlackBerry) vorgeschrieben, gilt in vielen Unternehmen heute bereits die

Devise "Bring Your Own Device (BYOD)"
11
. Mitarbeiter dürfen also private Endgeräte

- oftmals iPhones und iPads
12
- im Unternehmen nutzen. Für IT-Abteilungen bedeutet

dies, dass die Anwender mit einer großen Vielzahl an Endgeräten auf

Unternehmensdaten und -anwendungen zugreifen möchten.
Wachsende Verbreitung mobiler Endgeräte
Im Jahr 2010 ist der weltweite Umsatz mit mobilen Endgeräten laut Garner um über 72

Prozent gewachsen
13
. Stark wachsende Marktanteile vermelden dabei vor allem Apple

mit iOS und Google mit Android, währen Nokia, RIM und Microsoft weiter

Marktanteile verlieren. Smartphones und Tablets setzen sich durch und gerade dem iPad

wird zugetraut, für viele Menschen den PC ganz ersetzen zu können
14
. So scheint es nur

konsequent, dass Apple mit der Vorstellung der neuen Version seines mobilen

Betriebssystems iOS betont, dass dieses für Einrichtung und Aktualisierung nun keinen

PC oder Mac mehr erfordert
15
. Damit wird deutlich, dass das iPad zunehmend als

Alternative statt nur als Ergänzung zum PC positioniert wird, was auf dem PC-Markt in

Europa und den USA bereits zu schrumpfendem Absatz führt
16
.
Veränderung der privaten Kommunikation
Die Art der privaten Kommunikation zwischen Menschen hat sich in den vergangenen

zwanzig Jahren stark verändert. Zuerst ermöglichte das Internet über E-Mail erstmals

einen schnellen, einfachen und kostenlosen Austausch von Nachrichten. Doch in den

11
http://www.cio.de/dynamicit/management_strategie/2275509/index.html, Abruf am 21.07.2011
12
http://www.cio.de/strategien/2276687/index.html, Abruf am 21.07.2011
13
http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1543014, Abruf am 22.07.2011
14
http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/special-cloud-computing/wird-das-ipad-zum-
totengraeber-des-pc/3985470.html, Abruf am 22.07.2011
15
http://www.golem.de/1106/84005.html, Abruf am 22.07.2011
16
http://heise.de/-1279383, Abruf am 22.07.2011
10
letzten Jahren haben soziale Netzwerke wie Facebook und Kurznachrichtendienste wie

Twitter zu weiteren Veränderungen geführt. Facebook hat mittlerweile über 750

Millionen Mitglieder, die jeden Monat insgesamt über 700 Milliarden Minuten in dem

sozialen Netzwerk verbringen
17
und über Twitter werden jeden Tag 200 Millionen

Kurznachrichten verbreitet
18
.
Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt
Der Arbeitsmarkt in Deutschland verändert sich stark. Vor allem bedingt durch den

demographischen Wandel haben viele Unternehmen Probleme, ihre offenen Stellen zu

17
http://www.facebook.com/press/info.php?statistics, Abruf am 18.07.2011
18
http://blog.twitter.com/2011/06/200-million-tweets-per-day.html, Abruf am 18.07.2011
Abbildung
2
: Soziale Netzwerke in Deutschland (WirtschaftsWoche Nr. 28 vom

12.07.2010)
11
besetzten. Besonders gravierend ist der Fachkräftemangel bei Ärzten und Ingenieuren
19
,

aber das Einstellen und die Bindung von neuen Talenten wird auch in anderen

Bereichen zunehmend zur Herausforderung für Unternehmen. In diesem

Zusammenhang wird es immer wichtiger für Arbeitgeber, potentiellen Mitarbeitern

einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten. Neben Aufstiegschancen, Vergütung und

Unternehmenskultur spielen dabei auch das Arbeitsumfeld und die Flexibilität eine

große Rolle. Neue Arbeitszeitmodelle und Heimarbeitsplätze beispielsweise fördern die

Vereinbarkeit von Familie und Beruf uns steigern damit die Attraktivität eines

Arbeitsplatzes. “Die Zeit” titelt
20
dazu sogar: "Jetzt müsst ihr uns was bieten! Weil die

Gesellschaft altert, könnten Mitarbeiter den Firmen bald diktieren, wie ihre Arbeitsstelle

ausgestattet sein soll".
Bedeutung für die Kollaborationsumgebung der Zukunft
Eine Kollaboratiosumgebung sollte den Anwendern vermehrt Möglichkeiten bieten, die

diese aus dem privaten Gebrauch von Facebook, Wikipedia und Co. kennen und die ihre

Arbeit einfacher und effizienter machen. Soziale Netzwerke in Unternehmen können

beispielsweise helfen, Mitarbeiter über Abteilungen oder Unternehmens- und

Ländergrenzen hinweg zu vernetzen
21
. Durch den schnell wachsenden Anteil von

privaten Endgeräten und vor allem mobilen Endgeräten im Geschäftsalltag wird eine

umfangreiche Unterstützung dieser vielfältigen Zugriffsmöglichkeiten erforderlich.

Gleichzeitig muss die bestehende Systemlandschaft der Unternehmen berücksichtigt

werden, um keine Insellösungen zu schaffen. Dafür ist eine weitreichende Integration

notwendig, die nur über eine konsequente Ausrichtung an bestehenden Standards

erreicht werden kann. Im folgenden werden im Bezug zu diesen Anforderungen die

Prinzipien und einige funktionale Aspekte des IBM Project Vulcan vorgestellt.
Prinzipien des IBM Project Vulcan (Auszug)
19
http://www.faz.net/artikel/C30770/fachkraeftemangel-wo-sind-all-die-ingenieure-hin-30296383.html,

Abruf am 21.07.2011
20
http://www.zeit.de/2011/18/C-Fachkraeftemangel, Abruf am 21.07.2011
21
Hagemann und Vossen (2007), S. 273
12
Web-Anwendung (Web Enabled)
Bereits seit den 1990er Jahren wird über den Trend gesprochen, Benutzeroberflächen in

den Browser zu verlagern
22
. Erst in den letzten Jahren scheint sich dieser Trend aber

tatsächlich durchzusetzen. Moderne Browser stellen immer mehr Funktionen bereit und

unterstützen mittlerweile größtenteils die vom W3C
23
vorgegeben Standards. Web-
Anwendungen bieten den Vorteil, dass sie auf jedem Engerät eingesetzt werden können,

das über einen unterstützten Browser verfügt. Weiterhin muss auf dem Endgerät keine

Client Software installiert und gewartet werden, was erhebliche Vereinfachungen für

den Betrieb bedeutet.
Konvergenz (Open Standards)
Die meisten Geschäftsprozesse sind heute entweder komplett in Software abgebildet

oder durch Software unterstützt. In Unternehmen wird dazu eine Vielzahl von

fachspezifischen Systemen und Anwendungen eingesetzt. Aus Anwendersicht bedeutet

das ein Arbeiten über unterschiedliche Bedienoberflächen und eine Verteilung von

Daten über einzelne Systeme hinweg. Das IBM Project Vulcan verfolgt den Ansatz, die

im Unternehmen vorhanden Informationsflüsse für den Anwender zu konsolidieren.

Hierbei geht es allerdings primär nicht um eine systemseitige Integration von

Datenbeständen und Prozessen wie dies beispielsweise eine BPM-Plattform verfolgt. Es

geht um die Konsolidierung von Informationsflüssen zum Anwender hin.
Einheitliche Bedienoberfläche (One UI)
Mit One UI gibt IBM Project Vulcan für die verschiedenen Produkte der IBM

Collaboration Solutions ein Rahmenwerk für eine einheitliche und konsistente

Benutzeroberfläche vor. Dies ermöglicht einen für den Anwender transparenten

Übergang zwischen einzelnen Produkten, beispielsweise zwischen E-Mail und Social

Software. Die verschiedenen integrierten Produkte werden für den Anwender somit

transparent. Die einheitliche Bedienung erstreckt sich dabei mit entsprechenden

Anpassungen sowohl über sämtliche installierte Software als auch über die Web-
Oberfläche und Mobilgeräte. Mit diesem Ansatz werden die von Sommerville

22
Vgl. Schatten, A. et al. (2010), S. 361
23
World Wide Web Consortium (W3C),
http://www.w3.org/
, Abruf am 22.07.2011
13
empfohlenen Prinzipien für die Gestaltung von
Benutzeroberflächen
24
verfolgt: Benutzervertrautheit, Konsistenz, Minimale

Überraschung, (Wiederherstellbarkeit), Benutzerführung, Benutzervielfalt.
Konsequente Ausrichtung auf Mobilgeräte (Mobile First)
Die rasante Verbreitung von Mobilgeräten und die stetig zunehmende Mobilität von

Arbeitnehmern stellt neue Anforderungen an die Entwicklung von Software. Die

Anbindung von E-Mail, Kalender und Adressbuch an diverse Mobilgeräte stellt nur den

ersten Schritt dar. Zunehmend müssen Geschäftsanwendungen auf Mobilgeräten zur

Verfügung gestellt werden. Das Prinzip "Mobile First" des IBM Project Vulcan steht für

eine konsequente Bereitstellung aller Funktionen auf Mobilgeräten, wobei eine

angepasste, aber gleichwertige Benutzererfahrung realisiert werden soll. Dabei wird

eine hybride Strategie verfolgt, die sowohl die Bereitstellung in HTML5 als auch die

teilweise Bereistellung als native Applikationen vorsieht. Native Applikationen sind

beispielsweise immer dann notwendig, wenn auf Funktionen des mobilen Endgerätes

zugegriffen werden soll, auf die der Browser keinen Zugriff hat
25
. Im Bereich Instant

Messaging beispielsweise kann es sinnvoll sein, dass die Anwendung auf dem

Mobilgerät im Hintergrund läuft und bei einer eingehenden Nachricht eine

entsprechende Meldung auf dem Gerät anzeigt. Da diese Funktionalität heute in

mobilen Browsern noch nicht zur Verfügung steht, bietet sich hier der Einsatz einer

nativen Applikation an.
Funktionale Umsetzung im IBM Project Vulcan (Auszug)
Activity Stream
Mit der Verbreitung von sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn und Xing hat

sich auch die Darstellung von Activity Streams durchgesetzt. Diese Ansicht konsolidiert

Nachrichten von anderen Benutzern sowie Meldungen aus verschiedenen Quellen wie

Gruppen, Anwendungen und externe Internetseiten. Der Activity Stream spielt im IBM

Project Vulcan eine zentrale Rolle. Durch die Einbindung aller Aktivitäten der IBM-
Produkte und der Möglichkeit zur Einbindung beliebiger weiterer Anwendungen wird

24
Vgl. Sommerville, I. (2004) S. 364
25
Vgl. Alby, T. (2008), S. 103
14
für den Anwender eine zentrale Oberfläche geschaffen, in der diesen alle relevaten

Informationen erreichen. Diese Informationen können in Form einer E-Mail vorliegen,

als Statusmeldung in einem internen sozialen Netzwerk wie IBM Connections oder als

Ereignis aus einer Anwendung, beispielsweise die Benachrichtigung über einen Prozess,

der eine Freigabe benötigt oder über ein Dokument, das digital signiert werden muss.
Die Konsolidierung der Informationen in einem einheitlichen Format stellt dabei nur die

notwendige Bedingung für einen effizienten Umgang mit der im Geschäftsalltag

auftretenden Informationsflut dar. Die hinreichende Bedingung dafür ist die intelligente

Aufbereitung dieser Daten. Auf der Grundlage von vorhandenen Analysetechnologien

könnten Ereignisse im Activity Stream priorisiert oder an den jeweiligen Kontext des

Benutzers angepasst werden - ist der Anwender beispielsweise unterwegs und greift mit

einem Mobilgerät auf den Stream zu, sind für Ihn wahrscheinlich andere Informationen

relevant als während der Arbeit an seinem Schreibtisch im Büro.
Embedded Experiences
Die Konsoliedierung von Informationsflüssen ist ein wichtiger Schritt zur Bewältigung

des stetig ansteigenden Datenvolumens. Eine effiziente Arbeitsweise wird aber erst

erreicht, wenn auf diese Informationen auch direkt reagiert werden kann. Eine in die

einheitliche Benutzeroberfläche eingebettete Interaktionen mit verschiedenen Inhalten

und mit Geschäftsanwendungen befreit den Benutzer von der Arbeit in verschiedenen

Anwendungen.
Share Box
Mit der Share Box wird ein unabhängig vom Zustand der Benutzeroberfläche

erreichbares Werkzeug eingeführt, mit dem Informationen auf unterschiedliche Arten

schnell und einfach geteilt werden können. Soziale Netzwerke in Unternehmen haben

den Austausch von Informationen, Wissen und Dateien bereits stark verbessert. Die

Share Box verfolgt das Ziel, diesen Austausch für den Anwender noch einfacher zu

machen, um Barrieren abzubauen, die das Teilen von Informationen verhindern

könnten.
15
Das IBM Social Business Toolkit
Einführung
Das IBM Social Business Toolkit ist ein Werkzeug zur Integration und Erweiterung des

IBM Collaboration Solutions Portfolios. Es wird sowohl zur weiteren Integration der

IBM-Produkte untereinander als auch zur Einbindung beliebiger weiterer Anwendungen

genutzt. Als einheitliche API wird das IBM Social Business Toolkit unter anderem die

Anbindung von Anwendungen an den Activity Stream und die Einbettung von

Funktionalitäten als Embedded Experiences ermöglichen. Weiterhin dient es zur

Verbindung der in der eigenen Infrastruktur betriebenen Produkte mit der Cloud-
Plattform IBM LotusLive
26
.
Basierend auf Standards
HTML5
HTML steht für Hypertext Markup Language
27
und ist die im World Wide Web zur

Anwendung kommende Auszeichnungssprache für Internetseiten und Web-
Anwendungen#. HTML5 ist die nächste Generation von HTML
28
, die derzeit vom

World Wide Web Consortium (W3C)
29
erarbeitet wird und die vorherige Standards wie

HTML 4.01
30
und XHTML 1.1
31
ablösen soll. HTML war anfänglich für die

semantischen Beschreibung wissenschaftlicher Dokumente ausgelegt, hat sich dann aber

schnell zu einer im Internet sehr vielfältig verwendeten Auszeichnungssprache

entwickelt. Die Arbeit an HTML5 richtet sich vor allem an den Anforderungen aus, die

sich in den vergangenen Jahren durch die Entwicklung von Web-Anwendungen in

HTML ergeben haben.
26
http://www-10.lotus.com/ldd/appdevwiki.nsf/xpViewCategories.xsp?
lookupName=IBM+Social+Business+Toolkit, Abruf am 22.07.2011
27
http://www.w3.org/standards/techs/html#w3c_all, Abruf am 20.07.2011
28
http://dev.w3.org/html5/spec/Overview.html, Abruf am 20.07.2011
29
http://www.w3.org/, Abruf am 20.07.2011
30
http://www.w3.org/TR/1999/REC-html401-19991224/, Abruf am 20.07.2011
31
http://www.w3.org/TR/xhtml11/, Abruf am 20.07.2011
16
Als großer Vorteil von HTML5 gilt, dass es komplett plattformunabhängig ist.

Unabhängig vom Betriebssystem (Mac OS, Windows, Linux) und von dem

verwendeten Endgerät (PC, Laptop, Netbook, Tablet, Smartphone) wird nur ein

moderner Browser (Chrome, Firefox, Internet Explorer, Safari) benötigt, um auf

HTML5-Inhalte zugreifen zu können.
CSS3
CSS3
32
ist die deklarative Sprache, mit der Stilvorlagen für in HTML5 strukturierte

Dokumente definiert werden. Während also HTML5 für die Strukturierung von Web-
Anwendungen und Daten verwendet wird, kann mit CSS3 die Benutzeroberfläche und

die grafische Darstellung der Daten festgelegt werden.
OpenSocial 2.0
OpenSocial ist ein von Google initiierter Standard im Bereich der sozialen Netzwerke
33
,

der eine offene Plattform für soziale Anwendungen im Internet ermöglichen soll.

Grundsätzlich kann OpenSocial in drei Komponenten unterteilt werden: Die OpenSocial

API stellt eine standardisierte Programmierschnittestelle für den Zugriff auf Daten von

sozialen Netzwerken dar. OpenSocial Gadgets sind Anwendungen, die sich in soziale

Plattformen integrierten lassen. Plattformen, die für die Einbindung von diesen Gadgets

vorbereitet sind heißen OpenSocial Container.
OpenSocial Gadgets sind “im Kontext unterschiedlicher Netzwerke interoperabel”
34
, im

Gegensatz zu Anwendungen, die beispielsweise explizit für die Facebook Platform
35

geschrieben wurden. Somit können Anwendungen, die Funktionen als OpenSocial

Gadget bereitstellen, in beliebigen Plattformen, die diesen Standard unterstützen,

genutzt werden. Bisher wird OpenSocial vor allem im Internet genutzt, beispielsweise

32
http://www.w3.org/standards/techs/css#w3c_all, Abruf am 20.07.2011
33
http://www.opensocial.org/, Abruf am 20.07.2011
34
Vgl. Häsel und Rieke (2009)
35
http://developers.facebook.com/, Abruf am 20.07.2011
17
von Google und MySpace
36
sowie von LinkedIn
37
und Xing
38
. Aber auch im Umfeld von

Geschäftsanwendungen gewinnt OpenSocial immer mehr an Bedeutung und Hersteller

wie SAP
39
und IBM beschäftigen sich mit dem Standard.
Im Kontext des IBM Social Business Toolkit können über OpenSocial fremde

Anwendungen in die Kollaborationsoberfläche integriert werden. So kann

beispielsweise ein Ereignis im Activity Stream angeklickt werden, um dann direkt im

Kontext mit der dazugehörigen Applikation zu interagieren.
OAuth 2.0
Für die Integration von Anwendungen spielt Autorisierung eine wichtige Rolle. Wenn

Systeme Daten austauschen, muss die Identität des Benutzers mit seinen

Berechtigungen zwischen den Systemen kommuniziert werden. Im Anwendungsfall

Actitivy Stream beispielsweise müssen fremde Systeme autorisiert werden, Ereignisse

im Activity Stream eines bestimmten Benutzers zu veröffentlichen. Für die Embedded

Experiences wiederum muss die Kollaborationsumgebung autorisiert sein, auf

Schnittstellen fremder Systeme zuzugreifen.
OAuth ist ein offenes Protokoll
40
, das eine einfache und sichere Autorisierung per

Programmierschnittstelle ermöglicht
41
. Auf Basis von OAuth können Benutzer einer

Anwendung (Consumer) Zugriff auf festgelegte Ressourcen in einer anderen

Anwendung (Service Provider) geben, ohne dem Consumer seine Zugangsdaten für den

Service Provider preisgeben zu müssen.
Die Autorisierung erfolgt dabei durch einen Austausch sogenannter Tokens
42
. Der

Consumer fragt einen Request Token beim Service Provider an. Sobald der Consumer

36
http://www.google.com/intl/en/press/pressrel/myspace_opensocial.html, Abruf am 20.07.2011
37
http://blog.linkedin.com/2007/10/31/linkedin-open-s/, Abruf am 20.07.2011
38
http://blog.xing.com/2009/05/erste-opensocial-applikationen-auf-xing/, Abruf am 20.07.2011
39
http://www.sap.com/about-sap/newsroom/press-releases/press.epx?pressid=14769, Abruf am

20.07.2011
40
http://tools.ietf.org/html/rfc5849, Abruf am 20.07.2011
41
http://oauth.net/, Abruf am 20.07.2011
42
https://dev.twitter.com/docs/auth/oauth, Abruf am 20.07.2011
18
diesen erhält, initiiert er eine Weiterleitung zum Service Provider, bei dem der Benutzer

sich dann authentifiziert und denn Zugriff des Consumers autorisiert. Daraufhin wird

der Benutzer zum Consumer zurück geleitet, der dann einen Access Token beim Service

Provider anfragt und diesen speichert, sobald er ihn erhalten hat. Mit diesem Access

Token kann der Consumer dann so lange geschützte Resourcen des Service Providers

nutzen, bis der Token verfällt oder zurückgezogen wird.
RESTful Web Services
RESTful Web Services bezeichnet eine spezifische Architektur von Web Services
43
, die

sich hauptsächlich durch eine Aufteilung in Ressourcen und Operationen auszeichnet.

Jede Ressource wird dabei durch eine eindeutige URL angesprochen, wobei die

auszuführende Operation durch die dabei verwendete HTTP-Methode bestimmt wird.

Die gebräuchlichsten Methoden sind dabei GET, HEAD, PUT, DELETE und POST
44
.
43
Vgl. Richardson und Ruby (2007)
44
Vgl. Richardson und Ruby (2007)
Abbildung
3
: OAuth (https://dev.twitter.com/docs/auth/oauth, Abruf am 20.07.2011)
19
Activity Streams
Activity Streams ist ein offener Standard
45
für die Repräsentation von Aktivitäten in

sozialen Anwendungen. Basierend auf den Datenformaten JSON
46
und ATOM
47
wurde

damit eine einheitliche Strukturierung dieser Aktivitäten geschaffen. Das folgende

Beispiel
48
zeigt die Formatierung einer einzelnen Aktivität, in diesem Fall die

Veröffentlichtung eines Artikels in einem Blog durch die Person Martin Smith:
{
"published": "2011-02-10T15:04:55Z",
"actor": {
"url": "
http://example.org/martin
",
"objectType": "person",
"id": "tag:example.org,2011:martin",
"image": {
"url": "
http://example.org/martin/image
",
"width": 250, "height": 250
},
"displayName": "Martin Smith"
},
"verb": "post",
"object": {
"url": "
http://example.org/blog/2011/02/entry
",
"id": "tag:example.org,2011:abc123/xyz"
},
"target": {
"url": "
http://example.org/blog/
",
"objectType": "blog",
"id": "tag:example.org,2011:abc123",
"displayName": "Martin's Blog"
}
}
45
http://activitystrea.ms/, Abruf am 20.07.2011
46
http://json.org/, Abruf am 20.07.2011
47
http://tools.ietf.org/html/rfc4287, Abruf am 20.07.2011
48
http://activitystrea.ms/specs/json/1.0/#examples, Abruf am 20.07.2011
20
Das einheitliche Format hat den Vorteil, dass Anwendungen Ereignisse unabhängig

davon publizieren können, in welchem System diese weiterverarbeitet werden sollen.

Komsumenten solcher Aktivitäten können dann private Netzwerke wie beispielsweise

Facebook, aber auch Geschäftsanwendungen wie IBM Connections sein.
CMIS
CMIS steht für Content Management Interoperability Services
49
und ist eine

Spezifikation für die Interoperabilität von Enterprise Content Management (ECM)

Systemen. Der Standard wird unter anderem von Anbietern wie Adobe, Alfresco, ASG,

Booz Allen Hamilton, Day Software, dotCMS, EMC, FatWire, fme AG, IBM, ISIS

Papyrus, Liferay, Microsoft, Nuxeo, Open Text, Oracle, SAP, Saperion, und WeWebU

unterstützt
50
.
SAML V2.0
Security Assertion Markup Language (SAML) ist ein auf XML basierendes Framework

für die Kommunikation von Benutzeridentitäten und deren Berechtigungen
51
. SAML ist

plattformunabhängig, erlaubt das lose Koppeln von Benutzerverzeichnissen und erlaubt

die Implementierung von Single Sign-On
52
. Damit ermöglicht SAML eine Integration

von Systemen, ohne dass der Anwender mehrmals seine Benutzerdaten eingeben muss.

Das ist vor allem für die Akzeptanz der Benutzer von großer Bedeutung, spart aber auch

Zeit und trägt damit in gewissem Maße auch zur Produktivität bei.
Bedeutung des IBM Social Business Toolkit für Software-
Entwickler
Das IBM Social Business Toolkit steht bereits in der Testumgebung Lotus Greenhouse
53

zur Verfügung. Die dazugehörige Dokumentation wird im IBM Social Business

49
http://www.oasis-open.org/committees/cmis/, Abruf am 20.07.2011
50
http://www.oasis-open.org/news/pr/oasis-members-approve-content-management-interoperability-
services-cmis-standard, Abruf 21.07.2011
51
http://saml.xml.org/about-saml, Abruf am 20.07.2011
52
http://www.oasis-open.org/committees/download.php/13525/sstc-saml-exec-overview-2.0-cd-01-
2col.pdf, Abruf am 20.07.2011
53
https://greenhouse.lotus.com/, Abruf am 22.07.2011
21
Development Wiki
54
fortwährend aktualisiert. Anwendungsentwickler können ihre

Software schon heute darauf vorbereiten, sich in die IBM Kollaborationsumgebung zu

integrieren. Mit wenig Aufwand lässt sich eine Anbindung an den Actitivy Stream

realisieren und Web-Anwendungen können mit einigen Anpassungen als OpenSocial

Gadgets zur Verfügung gestellt werden. Vor allem für Entwickler von auf IBM Lotus

Domino basierenden Applikationen bietet es sich an, die neuen Funktionen der

kommenden Produktgenerationen schon jetzt in ihre Anwendungen einzubeziehen. Aber

auch andere Hersteller können in ihren Anwendungen damit für Kunden der IBM

Collaboration Solutions einen Mehrwert darstellen. Darüber hinaus wird es einen Bedarf

für Lösungen für Systeme geben, die zwar offene Schnittstellen haben, aber nicht direkt

zu den im IBM Social Business Toolkit untertützten Standards kompatibel sind. Hier

können entweder Konnektoren programmiert werden, die auf das jeweilige System

zugeschnitten sind oder es können Lösungen mit Systemen zur Datenintegration wie

beispielsweise Cast Iron
55
implementiert werden.
Unabhängig von den behandelten IBM-Lösungen haben die vorgestellten Trends bereits

heute einen großen Einfluss auf die Softwareentwicklung und die in diesem

Zusammenhang vorgestellten Prinzipien und Funktionen setzen sich verstärkt durch.

Das IBM die Vision des IBM Project Vulcan konsequent an bestehenden Standards wie

HTML5, OpenSocial, OAuth und anderen ausrichtet, wird diesen bisher vor allem im

Internet verbreiteten Technologien zusätzlichen Auftrieb verleihen und vor allem deren

Verbreitung in Unternehmen fördern.
Fazit
In den letzten Jahren haben sich Arbeitsweisen und -umgebungen verändert und aus

diesen Verändungen ergeben sich neue Anforderungen an die in Unternehmen

eingesetzte Software. Trends wie die Konsumerisierung der IT, die Verbreitung von

Mobilgeräten, die Verschmelzung von Beruf und Privatleben und die Kommunikation in

sozialen Netzwerken erfordern eine Kollaborationsumgebung, die überall verfügbar ist

und neue Kommunikationsmuster erlaubt. In dieser Arbeit wurden sowohl die Trends

54
http://www-10.lotus.com/ldd/appdevwiki.nsf, Abruf am 22.07.2011
55
http://www.castiron.com/, Abruf am 22.07.2011
22
beschrieben als auch deren Auswirkungen auf die Zukunft des Produktportfolios der

IBM Collaboration Solutions aufgezeigt. Die dabei berücksichtigten Prinzipien und die

eingesetzten Standards werden dabei auch über die konkrete Umsetzung im IBM Social

Business Toolkit hinaus Auswirkungen auf die Softwareentwicklung haben.
23
Literaturverzeichnis
Alby, T. (2008): Das mobile Web, München 2008
Hagemann, S. und Vossen, G. (2007): Unleashing Web 2.0, Burlington, MA 2000
Häsel, M. und Rieke, K. (2009): OpenSocial, in: Informatik-Spektrum 2009, 32.

Jahrgang, Nr. 3, S. 250-254
Pilgrim, M. (2010): HTML5: Up and Running, Sebastopol, CA 2010
Richardson, L. und Ruby, S. (2007): RESTful Web Services, Sebastopol, CA 2007
Schatten, A. et al. (2010): Best Practice Software-Engineering, Heidelberg 2010
Sommerville, I. (2004): Software Engineering, Harlow, UK 2004